Der Held und sein Erzähler sind Michael und Max von i42. Wer von uns nun der Held und wer der Erzähler ist, wissen wir auch nicht wirklich.... Entstanden ist der Blog anfangs für eine längere Reise nach Kanada. Mittlerweile sind wir immer wieder als i42 (www.projekt-i42.de) unterwegs. Und damit die Welt auch etwas davon hat, erzählen wir hier was dabei so passiert.
Samstag, 14. Februar 2015
Freitag, 13. Februar 2015
Unglaublicher Zufall
Naja, das Frühstück ist jetzt nicht gerade der Brüller. Aber ok. Außer man steht auf Nudeln oder Reis in der Früh. Aber deshalb bin ich ja nicht in Indien.
Hab es heute mal langsam angehen lassen. Ein paar Mails, WhatsApp und SMS geschrieben, ein bischen im Internet geschaut was es so zum Anschauen gibt und etwas Musik gehört. Dann aber los.... Den Weg zur Metro kenne ich ja schon ganz gut. Gibt schönere Wege, aber es ist immer der Start in einen neuen Tag. Daher mag ich den Weg doch. An der Metro Station erst mal einen Kaffee. War ok. Meine Lieblingskaffeebohne Robusta kommt zwar aus Indien, aber wird wohl nur exportiert ;) Heute ist es übrigens deutlich wärmer, sommerlich warm! Ich bin auf dem Weg zu Humayun`s Tomb. Von der Metrostation will ich das einzige TukTuk nehmen, aber der Fahrer will eindeutig zu viel und läßt sich auch nicht runter handeln. Na dann nicht, ist ja zu Fuß gar nicht so weit. Dabei geht es mir gar nicht ums Geld, ist so oder so recht billig. Nein 10 x mehr zahl ich nicht. Nungut stimmt so auch wieder nicht. Der Eintritt zu Humayun`s Tomb kostet für Nichtinder 10x mehr. Klingt nach viel, ist aber doch nur knapp 4 Euro. Es ist ein schöner Park mit verstreuten Monumenten. Schön ruhig lädt es ein zum Verweilen. Gut das ich doch so früh dran bin, denn als ich am Gehen bin strömen viele Menschen rein. Bilder gibt es auch noch....
Danach kleine Pause mit Kaffee und Kuchen. Noch ein bischen auf dem Markt herumgelaufen und wieder zur Metro. Ich mag die Delhi Metro. Auch die Ansagen. Auf herrenlose Gegenständer (Laptoptaschen, Kinderspielzeug oder Kartons) achten, es könnte eine Bombe sein. Für was der Securitycheck dann eigentlich gut ist?
Dann weiter mitten ins Zentrum. Wieder ein kleiner Fußmarsch zum Connaught Place. Ein riesiger Platz mitten in Dehli. Mit Markt und einer Unmenge von Menschen. Und dort geschah dann das Unvorstellbare! Ich treffe dort zufällig Kumar. Wir stehen uns gegenüber und trauen unseren Augen nicht. Er ist zwar in Eile, weil er zu einen Filmdreh muss. Aber ein kurzer Ratsch geht dann doch. Und immer wieder schütteln wir den Kopf über den Zufall.
Dann bin ich im Cervantes Institute mit Manjari und John verabredet. Sie arbeiten an dem Stück, das Manjari letztes Jahr in Frankreich begonnen hat. Bin sehr gespannt wie es so geworden ist. Und ich muß sagen es ist unglaublich gut. War zwar heute nur arbeiten am Stück, aber ich bin beeindruckt. John auch und er meint es ist nur noch Feintuning notwendig. Und die Art wie er da rangeht ist auch klasse. Gibt nichts vor, sondern stellt nur fragen. Und die treffen immer genau ins Schwarze. Respekt! Danach gehen wir gemeinsam südindisch essen und es ist wie immer extrem lecker. Wenn man die richtigen Lokale kennt ist es nicht nur lecker, sondern auch sehr günstig...
Wir fahren zusammen mit der Metro und verabschieden uns herzlich. Ach ich mag die beiden...
Ich liebe auch Maps, die MetroApp und das schnelle checken im Internet. Wie konnte man ohne Smartphone früher überhaupt reisen?
So jetzt geht es aber ab ins Bett. Morgen früh bin ich mit Eloise zum Frühstücken verabredet. Bin schon gespannt was ein typisch südindisches Frühstück eigentlich ist...
Delhi
So nach zwei wunderbaren Tagen in der Pathways Schule und bei Harshita ist jetzt Delhi angesagt. Kontrast pur. Irgendwann findet der Taxifahrer auch das Hotel. Das liegt zwar an einer Hauptstraße, ist aber gar nicht so laut. Das Zimmer ist ganz in Ordnung. Sauber und sogar mit erträglich schnellen WLAN. Meistens. Nur das mit dem Balkon ist so eine Sache. Man steigt aus dem Fenster raus und muß dann noch einen 40 cm Spalt überwinden.... Naja besser als nichts!
Und wie ist Delhi so?
Bisher kannte ich ja nur Kalkutta und im Vergleich ist es nicht so chaotisch. Für europäische Verhältnisse schon sehr! Als Fußgänger muss man immer auf der Hut sein. Grüne oder rote Ampeln haben identische Bedeutung. Keine! Gehwege werden für alles genutzt, außer zum Gehen. Überall undurchschaubares Durcheinander, das aber einem verborgenen System folgt. Sauberkeit hat eine andere Bedeutung und alles ist anders als erwartet. Aber ich fühle mich sehr wohl hier. Wie schon letztes Jahr brauche ich keine Eingewöhnungszeit. Alles ist sofort normal.
So nun aber mal der Reihe nach. Zuerst duschen, was sicher nötig war. Dann los auf erste Erkundungstour durch Great Kailash, das Viertel von meinem Hotel. Das mit dem dem Kaffee verschiebe ich erst mal, da ich kein Cafe finde. Kreuz und quer, planlos, einfach gehen und aufsaugen. Nachdem ich mich erst mal mit Waser und Bananen versorgt habe geht es zurück ins Hotel. Dank Internet erst mal ein paar Freunde kontaktieren. Dann aber wieder raus und sich auf die Suche nach einen Handyladen machen. Sollte schnellstens eine indische SIM Karte kaufen, sonst wird die Kommunikation mit den anderen sehr kompliziert. Bin dann in einen Airtel Shop gelandet. Geht alles ganz problemlos, sofern man ein Paßbild, Reisepaß und eine Adresse in Indien hat. Hab die von Manjari verwendet und das wars. Aktiviert wird sie dann am nächsten Tag. Danach ein tolles Wiedersehen mit Manjari. Gemeinsames Abendessen auf einen seltsamen Markt, aber sehr lecker. John war leider nicht dabei, er hat Delhi Belly.... Nennt man hier so.... Danach zurück ins Hotel, war schon ziemlich müde. Und eine Erkältung ist in Anflug.
Heute dann mit laufender Nase und ganz leichter Temperatur aufgewacht. Nach dem Frühstück dann mal nachdenken was machen. Hab mich dann entschlossen zum Lotus Tempel zu laufen. Der Weg war zwar laut und chaotisch, aber das Gehen hat gut getan. Mal von kleineren Schweißausbrüchen abgesehen. Der Lotustempel ist eine Kirche in Form einer Lotusblüte und ist sehr beeindruckend. Leider Kamera vergessen und die im Handy spinnt auch. Sorry! Gut das ich so früh da war, denn es waren sehr wenige Menschen da. Ein wunderbar ruhiger Ort auf einem riesigen Parkgelände. Perfekt für den Auftakt. Die Kirche ist von der Bahá i Faith Religion. Sie soll alle Rassen und Menschen vereinen. Muß mal mehr darüber lesen.... Danach ging es zu Fuß weiter zum Handyladen. Die haben mir dann ganz nett beim Aktivieren der SIM Karte geholfen. Jetzt mal kurz ins Hotel und etwas ablegen. Aber lange hat es mich dort nicht gehalten. Mit der Metro geht es zu den Lodi Garden. Die Metro ist billig und sehr sauber. Und hat Security Check am Eingang. Lodi Garden ist ein wundervoller Park mit verstreuten Monumenten. Oder Ruinen, je nach dem wie man es sehen mag. Unzählige Vögel zwitschern, ansonsten ist es ein Ort der Ruhe. Tut gut im lauten Delhi! Diesmal habe ich die Kamera dabei und wenn es das WLAN zulässt lade ich einige hoch. Wird wohl über nacht sein... Ich bekomme eine Nachricht von Manjari und wie verabreden uns am Khan Market. Der Markt ist wohl eher für die Reichen. Viele Markengeschäfte und teuer. Aber wenn man sich umdreht ist man wieder voll in Indien. Ich warte an einem buddhistischen Tempel auf Manjari. Wobei der Tempel sich später als Hindu Tempel entpuppt..... Nach einem leckeren Abendessen geht es wieder zurück ins Hotel. An der Metro verabschiede ich mich von Manjari und als ich in der Metro stehe stelle ich fest das ich meine Tasche mit Kamera liegen gelassen habt! Shit! Panikartig fahre ich zurück und die Tasche liegt noch unberührt im Restaurant. Glück gehabt!!!! Da ich kene Lust habe den Weg von der Metro zum Hotel zu laufen, nehme ich ein Tuk Tuk. Das sind kleine Dreiräder, welche kantternd durch die Stadt fahren. Im Hotel schreibe ich den Blog und ganz zum Schluß schmiert mir das Programm ab! Daher habe ich ihn nach einer guten Nacht heute morgen noch mal geschrieben....
Jetzt geht es wieder in die Stadt. Mal sehen wohin es mich heute so treibt....
Ach ja die Erkältung ist viel besser....
Mittwoch, 11. Februar 2015
Learn.Work.Play.Think.Live
Dann kommt mein bestellter Taxifahrer. Harshita hat ihn bestellt. Und dann gehts los. Ich habe keine Ahnung wohin genau. Nur das es nach Gurgaon geht und Harshita in einer Wohnung der Schule wohnt. Erst gehts auf die Autobahn nach Gurgaon. Dann mitten durch die Stadt und wieder raus aufs Land. Dann rechts weg und in eine kleine Straße. OK, denke ich, jetzt sind wir gleich da. Aber die Straße wird immer kleiner, der Teer immer weniger und Häuser sieht man auch fast nicht mehr. Ich vertraue jetzt ganz fest, das Harshita wirklich einen guten Fahrer ausgesucht hat. Wir sind jetzt mitten im Nirgendwo und vor jeder Kurve denkt man das wird das Ende der Straße sein. Nach 20 Minuten dann eine Schranke mit Einfahrtscheck. Es geht es auf das Gelände der Pathway Privatschule. Erst mal auch nur Einöde, aber dann eine Haus und noch eins. Dann endlich angekommen. Und kaum ist man in der Schule, wundert sich man nur noch. Wunderschön, groß und alles vom Feinsten. Also für indische Verhältnisse. Ist eine der Top Schulen und es sind über 1000 Schüler hier. Aus der ganzen Welt, über 30 Nationen. Nachmittags habe ich dann eine Führung über das Gelände bekommen. Hier wird sehr viel Wert auf Sport und Kunst gelegt. Wobei auch beim Sport weniger Wert auf Höchstleistung gelegt wird. Der zentrale Platz ist ein riesiges Amphitheater für fast 2000 Zuschauer. Hinter der Bühne ist ein Teich mit Wasserspielen. Und es gibt ganze Häuser für alle Arten von Kunst.
Abends bin ich dann früh todmüde ins Bett gefallen. War doch ein langer Trip.
Heute musste Harshita arbeiten und ich habe mich über das Gelände treiben lassen. Zwischendurch an wunderbaren Plätzen etwas lesen. Dann bin ich beim Amphitheater gelandet und dort war gerade eine Probe für eine Aufführung in den nächsten Tagen. Livemusik und Tanz. Habe es richtig genossen zuzusehen. Dann bin ich zufällig Harshita in die Arme gelaufen und wir gingen in die Schulmensa zum Mittagessen. So was von lecker! Da Harshita am Nachmittag noch mal unterrichten musste, hab ich mir wieder ein nettes Plätchen zum lesen gesucht.
Alles in allem ein perfekter Auftakt für die 4 Wochen Indien. Es ist frühlingshaft warm, sehr grün und ruhig hier. Muss sagen ich bin schon tiefenentspannt...
Am Nachmittag gemütlich mit Harshita ratschen und abends nach einem Spaziergang in die Mensa. Auch wenn einige Lehrer meinten, das das Essen heute nicht so gut sei, mir hat es sehr geschmeckt. Und ja es ist scharf, aber nicht zu scharf für mich. Ist doch eine angenehme Schärfe. Übrigens essen die Lehrer mitten unter den Schülern. Haben nur eigene Tische. Da man ja mit der rechten Hand ißt, gibt es einen eigenen Händewaschraum.. Gut es gibt auch Besteck, aber mit Hand essen ist einfach schön. Nach plaudern mit einigen Lehrern gehts wieder zurück in die Wohnung. Weiter ratschen über Gott und die Welt. Irgendwann überkommt mich dann wieder die Müdigkeit und ich habe wunderbar geschlafen....
Morgen geht es nach Delhi, da wird es mit der Ruhe erst mal vorbei sein!
Noch ein paar Gedanken zu der Schule...
Sicher können sich nur die wenigsten es sich leisten, ihre Kinder auf die Schule zu schicken. Ist schon was für die nationale und internationale Elite. Die Schule hat auch eine Cooperation mit Camebridge. Wer hier zur Schule geht, hat gute Chancen dort zu studieren. Aber es ist dann doch nicht so eine typische Eliteschule. Wie gesagt es wird viel Wert auf Kunst und auch Sport gelegt. In den kleineren Ferien fahren viele Schüler nicht nach Hause. Sie gehen dann in die umliegenden Schulen und renovieren dort Klassenzimmer oder bauen Toiletten.
Ich habe auch einige Lehrer kennen gelernt. Sind alles ganz normale Menschen und alles andere als abgehoben. Und sehr motiviert. Insgesamt ist hier eine sehr positive Energie zu spüren.
Und hier der Leitspruch der Schule, welcher mir sehr gut gefällt:
Pathways
Learn Work Play Think Live
Denke viele Schulen in Deutschland würden da so einiges streichen.....
Sonntag, 8. Februar 2015
Dubai Airport
Der Flug mit dem A380 war entspannend. Relativ viel Platz nette Sitznachbarn, gutes Essen und zwei schöne Filme.
Und jetzt sitze ich 5 Stunden auf dem Flughafen in Dubai.... Hundemüde, aber irgendwie doch nicht fähig zu schlafen. Naja schreibe ich halt was in den Blog. ;) Aber was? Der Flughafen ist sehr groß und modern. Oder ist es eher ein Einkaufszentrum, an dem auch Flugzeuge landen? Hmm...
Viele Menschen, bei denen man froh ist das man sie nicht kennt. Stylische Touristen! Aber man merkt auch das es ein internatinales Drehkreuz ist. Leute aus aller Welt, die in alle Welt fliegen.
Und ich mitten drin. Ohne großen Plan für die nächsten Tage. Zwei Tage bleibe ich außerhalb von Delhi bei einer Bekannten. Bin gespant ob ich den organisierten Taxifahrer am Flughafen in Delhi finde... Dann geht es weiter nach Dehli. Da kenne ich einige Leute und es wird sich sicher was ergeben. Einfach schön das planlose!
Samstag, 7. Februar 2015
Indien 2015
Max ist also wieder der Erzähler und auch der Held!
Also morgen geht es los und immer wenn ich Internet habe, werde ich versuchen etwas zu posten. Versprochen!
Zuerst geht es über Dubai nach Delhi. Dort bleibe ich eine Woche und treffe viele nette Freunde. Ansonsten habe ich nicht wirklich etwas geplant. Außer einen Tag zum Taj Mahal zu fahren. Und mit Manjari, Arjun, Eloise und John zu improvisieren.
Danach geht es in die Gegend von Bangalore. Zwei Wochen bei einem Performanceprojekt. Freue mich schon im Niemandsland zu arbeiten. Wer mehr wissen will kann ja mal auf den Link http://duende-ensemble.com/after-the-storm-bangalore-india/ klicken.
Danach bleibe ich noch zwei Tage in Bangalore und treffe dort Anja, die letztes Jahr beim Projekt dabei war. Die letzten Tage bin ich dann in Bombay. Auch dort werde ich wohl wieder ein paar Freunde treffen....
So jetzt packe ich noch den Rest ein und dann geht es morgen los....
Nachtrag:
Diesmal mit Tasche statt Rucksack! Dann hoffentlich kein gebrochener Finger... ;)
Obwohl es die erste größere Reise ohne meinen geliebten Rucksack ist, hoffe ich es geht alles glatt!
