Sonntag, 8. März 2015

Bombay

So nun ist nach den letzten Tagen in Bombay die Zeit in Indien auch schon wieder vorbei! Kaum zu glauben wie schnell 4 Wochen vergehen.....
In Bombay leben viele Freunde und so war ich fast die ganze Zeit mit ihnen unterwegs. Definitiv überall wo ich sonst nie hingekommen wäre!
In Bombay ist alles viel schneller. Aber trotzdem ist jeder relaxed. Auf den Straßen herrscht absolutes Chaos. Oder das pure Leben. Ganz iwe man es sehen will. Und es ist eine Stadt der Gegensätze. Von sehr modern bis richtig arm. Wobei es anders als in anderen Städten ist. Hier ist es schon eher nach Stadtviertel getrennt. In Kalkutta gibt es diese Trennung zum Beispiel nicht. Ich liebe das Leben auf den Straßen und könnte stundenlang rumlaufen oder nur wo sitzen und alles beobachten. Kann mir aber schon vorstellen das so mancher wahnsinnig werden würde. Ich fühle mich einfach nur wohl.
Und die wenigen Tage waren richtig vollgepackt und lang. Improsession mit einigen Freunden. Etwas shopping. Ein gutes Kilo Gewürze zum Beispiel. Ein sehr gutes.... Eine Shrutibox, eine Kurta, ..... War eine richtige Herausforderung alles in der Tasche unterzubringen. Da kam mir entgegen das meine Schlappen und ein weiteres Paar Schuhe definitiv am Ende ihres Lebenszyklus waren. Duschgel und Co haben auch dran glauben müssen. Hoffe nur ich muß in München am Zoll nichts auspacken.... Aber zurück zu Bombay. Einen Abend waren wir in einem Club abtanzen. Ein Musiker aus Kanada hat Sampler, Gesang und Gitarre auf seiner Loopstation gemixt. Nicht ganz mein Fall, aber wir hatten Spaß! Wer jemals mit einer Gruppe Improspielern tanzen war, ja der hat eine Vorstellung wovon ich spreche. Und in den Club wäre ich nie alleine gekommen. An der Straße in Bandras ziemlich alte und heruntergekommene Häuse. Man geht durch eine schmale Lücke und steht vor einem alten Aufzug. Mit dem geht es dann rauf auf die Dachterasse und dort ist ein cooler und stylischer Club. Ist in der ganzen Stadt so. Man glaubt gar nicht was sich in so manchen Haus verbirgt. Gestern war ich und ein paar andere noch bei Amruta zum Abendessen eingeladen. Auch hier war es ähnlich. Das Haus sieht von außen aus wie freigegeben zum Abbruch. Und dann öffnet sich die alte Eingangstür und man steht in einer wunderschönen und modernen Wohnung. Mit traumhaften Blick über Bombay! Es war ein schöner Abend mit fantastischen Essen. Besonders das Fischcurry. Ach und alles andere. Ein perfekter Abschluß! Danach wieder einer der vielen herzlichen Abschiede....
Ja die ganzen Freunde in Indien. Ich glaube das nächste Mal brauche ich die 4 Wochen komplett um alle wieder zu sehen. Keine Ahnung ob alle Inder so sind, oder nur die Künstler. Kenne ja fast nur Schauspieler, Musiker, Maler oder Produzenten. Alle sind so etwas von herzlich und offen. Freuen sich wenn man sich sieht, verdrücken auch mal ne Träne wenn man sich verabschiedet und sind immer für einen da! Irgendwie fast alle ohne Schutzmauer oder Distanz. Ich freue mich jetzt schon das einige von Ihnen im Laufe des Jahres nach Deutschland oder Europa kommen.
So und was bleibt jetzt nach den 4 Wochen?
Ich habe mich jeden Tag so wohl gefühlt. Manchmal schon fast wie daheim!
Land und Leute sind einfach wunderbar!
Viel improvisiert und getanzt.
Kontakte für eine Clowns ohne Grenzen Reise geknüpft.
Viel rumgelaufen und gestaunt. Obwohl gestaunt wohl der falsche Ausdruck ist. War ja alles irgendwie normal.
Fühlte mich immer sicher und hatte so gut wie keine Bedenken. Ok zwei Kamikaze Rikscha Fahrten war echt über dem Limit. Und Local Train fahren ist in Bombay auch ein Erlebnis. Fühle mich dann doch wohler wenn bei der Fahrt die Türen geschlossen sind. Besonders bei überfüllten Zügen....!
Sehr lecker und meist auch scharf gegessen. Und ich habe die Schärfe sehr gut vertragen! Sogar beim Frühstück....
So einige rote Nasen verschenkt. Das perfekte Mitbringsel....
Sehr viele lange und gute Gepräche gehabt. Nicht nur über Theater, sondern auch über Indien, Deutschland und die Welt....
Google Maps ist echt ein Geschenk! Besonders mit indischer SIM Karte! Da ist noch Guthaben drauf, ich muß wohl wieder nach Indien.... Ach ja und innerhalb Indiens gibt es Roaming!
Mein letztes Hotelzimmer hatte 17 Schalter und 9 Kissen auf dem Bett.

Mittwoch, 4. März 2015

Bangalore



Gestern bin ich dann also in Bangalore angekommen. John, Prashansa und ich sind dann mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Nach langen hin und her haben sie uns dann gesagt das sie kein Zimmer frei haben. Wir hatten aber gebucht und auch schon bezahlt. Ja aber wir könnten in ein anderes Hotel, gehört dem gleichen Eigentümer. Dann ewies warten auf eine Rikscha. Oder zwei, denn das Gepäck sollte ja auch mit! Dann im anderen Hotel angekommen ewiges hin und her. Und nein frühstück gibt es hier nicht. Ach ja billiger ist dieses Hotel auch. No Problem, wir müssten natürlich nur den geringeren Peis zahlen. Was es ist schon bezahlt? Hmmmh. OK, wir wollten nur noch ins Zimmer und endlich was essen gehen. Dann ewige Suche nach den richtigen Schlüssel..... Naja ist halt Indien.... Danach haben wir zwar spät, aber lecker, Mittag gegesen. 
Abends dann Dinner mit John, Anja und Arjun. Auch extrem lecker und mit sehr guten Gesprächen über Kunst und die Welt.
Heute morgen habe ich mich dann mit Anja zum Frühstück getroffen. Danach bin ich etwas in der Gegend herum gelaufen und in einem schönen Cafe gelandet. Und gegenüber war dann das Goethe Institute. Bin dann spontan hinein gegangen und gefragt ob ich jemand bezüglich Support einer Clowns ohne Grenzen Reise sprechen kann. Gleich ging nicht aber am Nachmittag hatte ich dann ein kurzes Gespräch. Anfangs war die nette Dame eher skeptisch. Aha, Clowns, soso,.... Aber als ich ihr etwas mehr erklärt habe war sie sehr interessiert! Und als ich dann sagte, ja natürlich ist Geld willkommen, aber Kontakte oder Hilfe bei der Organisation vor Ort wäre hilfreich, ja da war sie extrem überrascht. Denke fast alle wollen wohl nur Geld für ihr Projekt. Alles in allem war die spontane Idee mal reinzugehen wohl sehr gut. Mal sehen was daraus wird....
Abends war ich dann mit John noch mal klasse Essen. Und nachdem ich die Tasche schon fast fertig gepackt habe,  schreibe ich diese Zeilen.   

So und nun ein paar Bilder vom heutigen Tag.
Und auf besonderen Wunsch ein Klischeebild einer Kuh. Mitten im Zentrum von Bangalore. Ist etwa so wie wenn man gleich hinterm Marienplatz in München eine freilaufende Kuh trifft.... Hier eher normal ...

Frisch geröstete Erdnüse - ein Genuß!

Noch zwei kühe bei Nacht .... ;)

Und ein kullinarischer Genuß! 
Wird mir sicher daheim so was von fehlen...

Dienstag, 3. März 2015

Leaving Infinite Souls

So nun ist es wirklich so weit, wir verlassen diesen wunderbaren Ort heute vormittag. Die zwei Wochen sind wie im Flug vergangen! Ich habe mich hier so was von wohl gefühlt. Mitten in der Natur zu arbeiten und leben ist einfach ein Geschenk.... Habe sehr viele wunderbare Manschen kennen gelernt. 18 Künstler aus ganz Indien und Sri Lanka durfte ich wirklich nahe kommen. So ganz ohne Schutzwall. Einige von ihnen will ich unbedingt wieder treffen und mit ihnen auf der Bühne stehen. Schön das so mancher im nächsten Jahr nach Europa kommt. Jeder von uns hat so seine eigene reise gemacht. Für die, die das erste Mal mit John gearbeitet haben, war es manchmal schon sehr extrem und bewegend. Und für mich? Tja oft werde ich gefragt warum ich immer wieder mit John arbeite. Nun das ist einfach und schwer zu beantworten. Einfach, weil es die pure Freude ist. Und John`s Art zu arbeiten voll und ganz mein Fall ist. Ich kann jetzt nicht sagen, das ich dies oder das konkret gelernt habe. Es geht nicht darum besondere Fähigkeiten oder Formen zu lernen. Es ist eher ein innerer Prozess. John hilft jedem seinen eigenen Performer zu finden. Wie sagt er immer so schön ¨ You are the only teacher for you ¨. Und so ist es auch. Es gibt kein richtig oder falsch. Es geht darum wirklich präsent zu sein und den eigenen Impulsen zu folgen. Dabei aber immer das Ganze, also die Gruppe, wahrzunehmen. Es wird viel mit Feedback gearbeitet. Von John und vor allem von jedem in der Gruppe. Dabei geht es nur darum, was hat einem gefallen oder bewegt. Also nicht, wie so oft, negatives positiv auszudrücken. Es ist faszinierend zu sehen welchen Effekt das bei allen in den zwei Wochen hatte. Jeder der schon mit John gearbeitet hat versteht das nur zu gut.... Ja und bin ich jetzt ein besserer Performer geworden? Ja und nein! Eher ein anderer. Kann ich selbst wohl nicht beantworten! Es ist auf alle Fälle so, das ich mittlerweile fast die ganze Zeit auf der Bühne im Augenblick bin. Jeder noch so absurde Gedanke ist da so was von real. Das Denken wie es weiter geht habe ich komplett abgelegt. Wie, keine Ahnung? Die Bühnenpräsenz hatte ich ja schon immer. Aber es hat sich auch etwas gewandelt. Ist wohl auch ein Satz von John, der sich eingebrannt hat. ¨ Be here and do your job!¨ Und der Job ist eigentlich ganz einfach. Folge den inneren und äußeren Impulsen. Denk nicht nach, tue es. Auf der Bühne gibt es nur die Bühne. Meine Bandbreite, was ich auf der Bühne so mache, ist enorm groß. Lustig oder bewegen. Abstrakt oder konkret. Ach ich habe wirklich das Gefühl ich kann auf der Bühne alles machen. Ich werde jetzt sicher kein Tänzer mehr. Aber ein Tanz vor Publikum, warum nicht! Das Feedback nach meinen Performances war immer so was von positiv und bewegend. Manchmal war es mir schon fast ein bischen peinlich. Und oft die Frage wie ich das denn so mache. Keine Ahnung, es passiert einfach... Vielleicht liegt es daran, das ich nicht mehr etwas besonderes zeigen will, sondern einfach loslege. Ihr seht es ist alles nicht so einfach zu beschreiben. Ist halt ein Prozess und nicht ein ¨ Ich kann jetzt einen Handstand¨. By the way den kann ich immer noch nicht!
Und was bleibt sonst noch?
Viele wunderbare Momente!
Das gute Gefühl so was zur Ruhe gekommen zu sein!
Ein kleiner Mann den ich ins Herz geschlossen habe....
Die Erfahrung die Toilette und die Dusche mit einem Frosch zu teilen. Naja eigentlich zwei Frösche....
Viele neue Kontakte für eine Clowns ohne Grenzen Reise nach Indien...
Unendlich viele Bälle geworfen, gefangen, verfehlt und an den Kopf bekommen!
Unzählige Umarmungen und Gespräche....
Einfaches und leckeres Essen, wobei ich bei vielem nicht sagen kann was es ist.
Stunden mit guten Gesprächen und Lachen...
Ja sehr viel gelacht!
Keine Elefanten, Schlangen oder Skorpione gesehen. Dafür aber viele andere Tiere...
Das Wissen das Büffel Geräusche wie Frösche von sich geben...
Das beste Mitbringsel für Inder sind Clownsnasen.
Es ist so was von egal welche Farbe deine Haut hat, an welchen Gott du glaubst oder auch nicht, wie alt du bist, woher du kommst, .....
Ein saugutes Gefühl....

So nach dem Frühstück geht es ans Packen und dann zurück nach  Bangalore. Eigentlich will ich gar nicht in eine Stadt, aber dort warten ja auch ein paar Freunde auf mich!